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Jahresbericht 2022

Die Uni-Bibliothek: Wieder mittendrin und zurück für die Zukunft!

Die Verbesserung der Dienste war auch 2022 wichtigstes UB-Ziel – und vieles konnte umgesetzt werden: die Ausleihverbuchung mit RFID-Technik wurde weiter ausgebaut, Schulungsangebote und Veranstaltungsreihen konnten endlich wieder präsent stattfinden! Einige strukturelle Herausforderungen der letzten Jahre bleiben allerdings bestehen.

Nach wie vor ein rares Gut und sehr stark nachgefragt – UB-Lernarbeitsplätze

2700 Lernarbeitsplätze stellt die UB Ihren Nutzer:innen zur Verfügung. Leider nicht genug für die über 2 Millionen Besuche, die die UB pro Jahr verzeichnet. War es zu Corona-Zeiten manchmal gespenstisch leer in den Lesesälen der UB, tummelten sich Ende 2022 dort nun wieder zahlreich die Benutzer:innen, um nach Literatur zu recherchieren oder allein oder in Gruppen zu lernen. Ein gutes Zeichen: Die Bibliothek lebt, sie ist nach den Einschnitten 2020/2021 wieder (!) ein zentraler Fixpunkt im studentischen Alltag. Extrem hoch war das Besuchsaufkommen besonders gegen Ende des Jahres zur beginnenden Prüfungsphase. Vor allem die Zentralbibliothek platzte aus allen Nähten: an vielen Tagen war bereits um 10:00 Uhr vormittags kein Lernarbeitsplatz mehr zu bekommen.

Das Auseinanderklaffen von Angebot und Nachfrage offenbart ein grundsätzliches strukturelles Defizit. Mehr Arbeitsplätze sind mittelfristig nur möglich, wenn weniger stark benutzte Bestände in ein neues Ausweichmagazin umgestellt und damit an den insgesamt 15 UB-Standorten Regalflächen anders genutzt werden könnten. Zudem werden zahlreiche Sanierungsmaßnahmen die Nutzung der UB in den kommenden Jahren beeinträchtigen. Dringend modernisierungsbedürftig sind u.a. die Lüftungsanlage sowie die Räume im Eingangsbereich der Zentralbibliothek und die Bibliotheken im Philosophiegebäude am Hubland.

Nicht nur selbst verbuchen - die RFID-Technik schafft die Basis für ein Ausleihnetzwerk zwischen den Bibliotheksstandorten

Nach dem geglückten Start der kontaktlosen Ausleihe in der Zentralbibliothek (siehe Jahresrückblick 2021) ging dort im April 2022 auch die RFID-Rückgabe- und Sortieranlage in Betrieb. Die Benutzer:innen können jetzt mittels RFID entliehene Medien rund um die Uhr zurückgeben – die Bücher werden sofort aus dem jeweiligen Konto gebucht, vorsortiert und können so schnellstmöglich wieder den Weg ins Regal finden.

Die RFID-Technik und ihre Errungenschaften blieben 2022 aber nicht nur auf die Zentralbibliothek beschränkt. Mit der Einführung in der Teilbibliothek Wittelsbacherplatz im Februar, gefolgt von Anglistik-Germanistik-Romanistik, Kulturwissenschaften-Geschichte-Geographie, Psychologie, Wirtschaft und Theologie wurde das Ausleihnetzwerk der UB massiv erweitert. Ende 2022 war zum ersten Mal in der Geschichte der UB ein Großteil des dezentralen Bestandes ausleihbar! Und es soll weitergehen: ab 2023 sollen die Teilbibliotheken Recht, Mathematik und ZIM/ZOM angeschlossen werden, danach ein Bestell- und Liefersystem zwischen den RFID-Bibliotheksstandorten entstehen. Das hieße: Bücher können unabhängig vom Standort bestellt und an allen am Ausleihnetzwerk angeschlossenen Standorten zurückgegeben werden.

Informationskompetenz vermitteln, Schätze erleben & Kulturgut erhalten

Seit Mitte 2022 finden Einführungen für Erstsemester, Informationskompetenzkurse, Führungen für Schüler:innen sowie öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen auch wieder in Präsenz statt, die neu eingeführten virtuellen Formate bleiben aber weiter erhalten.

Neu im Portfolio ist die Veranstaltungsreihe „#einzigartig“, die im Herbst ein großer Publikumserfolg mit vielfach ausgebuchten Veranstaltungen wurde: In thematisch ausgerichteten Führungen können alle Interessierten wertvolle Schätze aus den Sondersammlungen der UB ganz aus der Nähe erleben.

Als virtuelles Führungsformat hat die UB zusammen mit der Arbeitsgruppe der Professur für Games Engineering das VR-Game „BibVirtuell“ entwickelt, das in einem Rundgang durch den virtuellen Alten Bibliothekssaal spielerisch Wissenswertes über die kostbaren Handschriften der UB vermittelt.

Und auch für die Erhaltung ihrer Schätze legte sich die UB ins Zeug: Nach 2021 wurde auch der 2022 gestellte Förderantrag der UB von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) an der Staatsbibliothek zu Berlin bewilligt, sodass die unikale Briefsammlung des Würzburger Theologieprofessors Franz Oberthür (1745-1831) gesichert, restauriert und neu verpackt werden konnte.

Alles ist offen – die Zukunft des IT-Lokalsystems der Bibliothek

Mit mehr als 3,7 Millionen Suchanfragen pro Jahr ist der Online-Katalog der UB das am meisten genutzte Rechercheinstrument an der JMU. Der Katalog ist jedoch nur der kleine sichtbare Teil des mächtigen und komplexen IT-Lokalsystems der UB, ohne das die Bestellung, Rechnungsstellung, Inventarisierung, Bezahlung, Verzeichnung, Ausleihe und Fernleihe von Medien nicht möglich wäre. Für das reibungslose Ineinandergreifen sorgen zahlreiche Schnittstellen zu vielen weiteren Systemen (z. B. zum Haushaltssystem, zu Lieferanten oder zum Fernleihserver). Doch die Zukunft hier ist ungewiss: Da das bisher bayernweit an den Hochschulen benutzte System von der Herstellerfirma eingestellt wird und bis Ende 2026 abgelöst werden muss, sind im Bibliotheksverbund Bayern umfangreiche Tests und Systemevaluationen im Gange, an denen sich die UB intensiv beteiligt. Die getesteten Softwares werden von den einzelnen Häusern sehr unterschiedlich beurteilt, ein Auseinanderfallen der bisherigen Systemhomogenität im Freistaat zeichnet sich ab. Die nächsten Jahre werden also spannend – und arbeitsintensiv!