
Laufzeit des Projektes: 2010-2013
Die Würzburger Dombibliothek („Libri Sancti Kiliani“) gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Handschriftenensembles in Mitteleuropa. Ihre Wurzeln reichen bis in die Anfänge des Würzburger Bistums im Jahre 742 zurück, mit ältesten Stücken aus dem 5. Jahrhundert. Bis heute ist die Dombibliothek für die Erforschung der Bildungsgeschichte des Frühmittelalters international von besonderer Bedeutung, insbesondere auch in der angelsächsischen und in der irischen Welt.
Die Digitalisierung der 214 Handschriften erfolgt im Digitalisierungszentrum der Universität Würzburg. Mit besonders bestandsschonenden und qualitätsbewussten Verfahren für Zimelien, Kleinformate und stark glossierte Handschriften werden die von den DFG-Praxisregeln geforderten Bildqualitäten übertroffen und ICC-profilierte digitale Master für alle heute denkbaren Nachverwendungen erzeugt werden.
Erfasst werden sollen ferner in einem innovativen Datenbanksystem neben den Bild-, auch die Katalogdaten, Verweise zur Sekundärliteratur und im Einzelfall Volltext- bzw. Editionsdaten. Da alle notwendigen Metadaten im Moment nur in gedruckter bzw. Zettelkatalogform vorliegen, müssen sie in einem ersten Schritt in eine geeignete elektronische Form überführt werden. Für die Erschließung von Handschriften erfolgt dies nach dem XML-Standard TEI P5. Korrekturen und substantielle Neubearbeitungen einzelner Katalogisate werden hinzutreten, ebenso Verknüpfungsmöglichkeiten zu Fachportalen wie etwa Manuscripta Mediaevalia.

Das Konzept für die Web-Präsentation der neu gewonnenen digitalen Bibliothek zum Würzburger Dombibliotheksbestand wird im Kern bewährten Online-Katalog-Vorbildern folgen. Vorbild für die Darbietung der einzelnen Handschrift wird die von der Universität Würzburg bereits erarbeitete Online-Version der Würzburger Bischofschronik des Lorenz Fries sein, parallel wird der DFG-Viewer angeboten werden. Besonderes Signum des projektierten Dombibliotheksportals sollen komfortable Visualisierungen von inhaltlichen Zusammenhängen (z.B. Provenienzen) werden, daneben besondere Schnittstellen zum Datenaustausch unter Creative-Commons-Lizenzen.
Das auf 3 Jahre Laufzeit ausgelegte Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft Forschung und Kunst gefördert. Projektträger sind der Lehrstuhl Informatik II (Prof. Dr. Jürgen Albert) der Universität Würzburg und die Abteilungen Handschriften und Alte Drucke und das Digitalisierungszentrum an Universitätsbibliothek Würzburg.